Die KG Grau-Blau

Am 27.Oktober 1949 saßen einige entschlossene Männer zusammen und faßten die schon Tage vorher als Gesprächsthema Nr. 1 im Stadtteil Grenzhausen kursierenden Ideen und Aktivitäten in wohlgeordnete Sätze. Man brachte alles fein säuberlich zu Papier, es wurde unterschrieben und damit hatte die Geburtsstunde der „Karnevalsgesellschaft ,GRAU-BLAU 1949 e.V. Höhr-Grenzhausen“ geschlagen.

Dies klingt heute, im Jahre 1999, recht einfach. Damals aber galt es, nur mit Idealismus aus dem Nichts etwas aufzubauen. Die Geschichte beginnt in der Gaststätte „Kannenbäckerstadt“. Für die älteren Einwohner das „Kasino“ in Grenzhausen, für die Jüngeren ist das heute einfach das Haus an der Ecke Kasinostraße / Steinreuschweg.

Damals haben sich zwanzig Männer in die Gründungsliste eingetragen. Verschiedene sind in der wechselvollen Geschichte der Gesellschaft, die schon so manchen Sturm überstanden hat, ausgeschieden; viele hat aber auch der Tod abberufen. Allen diesen Männern der sogenannten „ersten Stunde“ sind wir dankbar, dass sie in der schwierigen Zeit diese Gesellschaft gegründet haben und die in § 3 der ersten Satzung festgeschrieben hatten: „Zweck der Gesellschaft ist, den rheinischen Karneval in alter, heimatlich-volkstümlicher Art, neu entstehen zu lassen, den karnevalistischen Gedanken zu fördern und die Geselligkeit zu pflegen, sowie in der Karnevalszeit Sitzungen und Feste zu veranstalten.“

Im 55sten Jahr nach der Gründung sollte man sich den Formularkrieg von damals noch einmal in Erinnerung rufen, um zu verstehen, welche Schwierigkeiten zu überwinden waren. Zum Beispiel verlangte die französische Besatzungsmacht Kenntnis von jeder Vereinsgründung. Es mußte ein Antrag an das Landratsamt gestellt werden. Dazu kamen fünf Fragebögen, zwei Amnestiebescheinigungen, je eine Abschrift des Gründungsprotokolls und der Satzung in deutscher und französischer Sprache. Schließlich durfte zu dieser Zeit, kurz nach dem Kriege, nicht jeder Spaß machen der wollte!

Und wenn wir stolz sein wollen auf die Geschichte von „GRAU-BLAU“, die den Menschen Freude gebracht hat, als Freude und Frohsinn absolut noch keine gängigen Worte waren; als es noch kein Fernsehen gab, an dem man sich Abend für Abend ergötzen konnte, dann müssen wir jener Männer gedenken, die den Ruf von „GRAU-BLAU“ begründet haben. Da haben sie sich einer nach dem anderen reihum in die Gründungsliste eingetragen und wir lesen von oben die Namen: Werner Behrens, Willi Schmengler, Willi Klein, Ernst Cäsar , Walter Kohlenberg, Walter Spies, Paul Remy, Walter Klauer, Kurt Hebel, Horst Montanus, Richard Böhmer, Heinz Heuser, Edgar Ketterer, Erich Schwickert, Gerhard Schwaderlapp, Willi Breiden, Walter Leinert, Günter Heuser, Emil Oster und Siegfried Schnug. Kurz danach traten noch bei: Edmund Merkelbach, Gerd Bijl, Heinrich Tebbe, Reinhard Faust, Hans Galle und Ludwig Heuser.

Aus der Mitte der Gründungsmitglieder wurde gleich ein funktionstüchtiger Vorstand gewählt: Vorsitzender Walter Spies, als Stellvertreter Willi Breiden, Schatzmeister Walter Kohlenberg, Schriftführer Ernst Cäsar, Organisation Werner Behrens und Erich Schwickert, Beisitzer Richard Böhmer. Viele können diese Namen einsortieren und es werden Erinnerungen geweckt. Um die Geschichte unserer Gesellschaft auch bei denen lebendig bleiben zu lassen, die zur Zeit der Gründungsversammlung gerade erst das Licht der Welt erblickten, sollen noch einige Namen aus der allerersten Zeit genannt sein: An der Spitze des Elferrates stand als Präsident Ludwig Heuser , mit seinen Mannen Heinrich Tebbe, Willi Schmengler, Werner Behrens, Fred Römhild, Willi Breiden, Richard Böhmer, Ernst Cäsar , Erich Schwickert, Walter Spies und Willi Klein. Als Zeremonienmeister fungierte Gerhard Schwaderlapp. Die ersten Pagen waren Hannelore Breiden und Annetraud Galle, Ersatzpagen Rosemarie Oster und Rosel Schwaderlapp. Wir wollen es bei diesen Namen bewenden lassen; es ist unmöglich alle zu nennen, die damals fein säuberlich mit ihren Aufgaben, Pflichten und Anregungen in das Protokollbuch eingetragen wurden.

Wenn wir heute alles etwas legerer handhaben, so sind wir doch über die damalige Gründlichkeit froh. Denn wie sollte sonst die Geschichte der vergangenen Jahrzehnte nachvollzogen werden. In § 4 der alten Satzung wird zum Beispiel genau definiert, wer Mitglied werden konnte: „Mitglied der Gesellschaft kann jeder werden, der Sinn für Karneval und Fröhlichkeit hat, die Bestrebungen der Gesellschaft zu fördern vermag und das 18. Lebensjahr vollendet hat. Der Eintritt in die Gesellschaft erfolgt durch schriftliche Anmeldung beim Vorstand. Die Aufnahme erfolgt nach Prüfung durch das Aufnahmekomitee.“ Wie ernst man es damals damit nahm, weist ausgerechnet der § 11 aus: „In der Karnevalszeit steht dem Elferrat das Präsidium der Gesellschaft zu. Die Aufgabe des Elferrates ist es, alles das, was sich im Laufe des Jahres zugetragen hat, in schamhaft närrischer Form wiedererstehen zu lassen. Dabei muß er darauf bedacht sein, stets für ein auserwähltes Programm zu sorgen.“ Solche Zitate aus den ersten Tagen könnte man mehr und mehr fortsetzen. Unter dem 7.11.49 finden wir im Protokoll der Mitgliederversammlung folgende schwerwiegende Eintragung: .“Einstimmig wurde die Anschaffung eines Rundstempels für die Gesellschaft beschlossen.“ Erinnern wollen wir auch an Paul Remy allgemein bekannt unter dem Namen „Motzebäcker“. Er war es, auf dessen Vorschlag unsere Gesellschaft den Namen „GRAU-BLAU“ erhielt, in Anlehnung an unsere heimische Industrie. Endlich waren alle Voraussetzungen geschaffen und die Gesellschaft begann sich mit Leben zu erfüllen.

Bereits einen Monat nach Gründung fand am 26. November 1949 die erste öffentliche Sitzung statt. Und zwar in der besagten Gaststätte „Kannenbäckerstadt“. Dort gab es damals auch einen Festsaal. Die Sitzung wurde auf Anhieb ein Erfolg, wenn auch an dieser Stelle unser späterer Geschäftsführer Wilfried Simonis zitiert werden soll, der schrieb: „Besonders im Gedächtnis ist mir geblieben die große Schelle, die Präsident Lutz Heuser immer dann kräftig schwang, wenn das schnell zusammengestellte Programm ein paar Lücken aufwies.“ Am 6. Dezember 1949 fand die nächste Mitgliederversammlung statt und im Protokollbuch wurde vermerkt: „Mitglied Schmengler empfahl dem Elferrat, sich bei künftigen Veranstaltungen, soweit es bisher nicht geschehen sei, sich disziplinierter zu verhalten!“ Und auf Antrag des Präsidenten wurde einstimmig beschlossen: “Wer zweimal hintereinander in Versammlungen und Sitzungen, mit Ausnahme der öffentlichen, fehlt, wird aus dem Elferrat ausgeschlossen.“ Gleichzeitig wurde bereits eine zweite Kappensitzung auf den 21.1.1950 festgelegt und der Eintritt von DM 1,00 auf DM 1,50 pro Person erhöht! Und es wurde erstmals beschlossen, einen Rosenmontagszug durch die Straßen ziehen zu lassen. Und vieles andere mehr. Kein Wunder, dass das Protokoll am Schluß vermerkt: “Als um 24.12 Uhr der Ruf “GRAU-BLAU“ ertönte und damit das Ende der Sitzung verkündete, waren sämtliche Mitglieder der Gesellschaft, die anwesend waren, von der Hitze der Debatten erschöpft!“ Aber man engagierte sich weiter und der Rosenmontagszug 1950 wurde tatsächlich Wirklichkeit.

Es war eine große Begeisterung damals. Traktoren kannte man kaum und viele Wagen wurden von Kühen gezogen, die Prunkwagen von Pferden. In seinem ersten Rückblick sagte damals Vorsitzender Walter Spies: Über den mit viel, viel Arbeit verbundenen Rosenmontagszug kann ich nur das eine sagen, dass er alle unsere Erwartungen weit übertroffen hat. Was hier geschaffen wurde war bisher in Höhr-Grenzhausen an Karneval noch nie dagewesen. Dies war wohl das schönste Geschenk und der schönste Dank, der all denjenigen zuteil wurde, die durch ihre Arbeit geholfen hatten, dieses Schöne zu erstellen.“ Diese Sätze gelten unverändert bis heute und sind immer wieder der Ansporn für die nächste Kampagne. Gleichzeitig wird im Protokollbuch aber auch vermerkt: “Die Versammlung nahm zur Kenntnis, dass seitens der Stadtverwaltung weder ein Zuschuß zum Rosenmontagszug noch eine Steuersenkung gewährt wurde.“ Hier haben sich die Zeiten inzwischen zum Guten gewendet. Von der heutigen Verwaltung erhält das zuständige “Komitee Fastnachtszug“ jährlich einen Zuschuß und die Vergnügungssteuer wurde auch abgeschafft. Denn selbst der beste Idealismus benötigt hin und wieder auch etwas finanzielle Unterstützung. Und damals hatte die K.G. “GRAU-BLAU“ einen Mäzen, der immer wieder geholfen hat, wenn es galt – nämlich Eugen Sahm. Er finanzierte die ersten Uniformen, stiftete Material für die Bühne und unterstützte den Wagenbau. Er wurde zum Ehrenpräsidenten ernannt, neben den Ehrenmitgliedern Oskar Merkelbach, Walter Merkelbach, Wilhelm Schwaderlapp, Dieter Dümler und meinem Großvater Emil Albrecht Merkelbach. Leider lebt heute keiner mehr von ihnen.

In diesem ersten Jahr gab es auch schon ein Prinzenpaar. Die erste Prinzessin war Maria Sahm und der Prinz Alfred Ketterer. Vieles wird im Laufe der Jahre vergessen und man kann sich nur noch dunkel oder gar nicht daran erinnern. Aber es lohnt immer wieder, sich mit der Vergangenheit zu beschäftigten.

Bereits in der zweiten Kappensitzung hatte die “Große Karnevalsgesellschaft Die Bemoosten“ aus Vallendar teilgenommen und kräftig Geburtshilfe geleistet. Diese traditionsreiche Gesellschaft war den “GRAU-BLAUEN“ in der Folgezeit sehr verbunden. Freundschaftsbande wurden auch geknüpft mit den Karnevalisten vom “Dähler Bornskrug“ aus Ehrenbreitstein. Es kamen Abordnungen zu den Sitzungen und man war froh, zusätzliche neue Programmpunkte zu erhalten. Weitere Impulse für den Karneval in Höhr-Grenzhausen brachte das zweite Jahr. Man hatte ja schon Erfahrung! Und als “Prinz Hampit I.“ kam mit Werner Klein (nicht identisch mit dem heute noch aktiven Ex-Postillion gleichen Namens aus der Schlabbergass) ein tatkräftiger Mann. Im Protokollbuch finden wir folgende Eintragung am 2. 3. 1951 anläßlich der Jahreshauptversammlung, nachdem Punkt 4 der Tagesordnung abgehandelt war: Über die im Anschluß beabsichtigte Wahl des Elferrates entspann sich eine lebhafte Debatte, die zu keinem brauchbaren Ergebnis führte und in mancherlei Punkten von der Tagesordnung abwich, so dass eine Protokollierung dieser Punkte nicht mehr ratsam und fast unmöglich war. Der offizielle Teil der Sitzung war gegen 1 Uhr Mitternacht beendet, nachdem zuvor der Gesellschaftsgruß mit einem kräftigen und vernehmlichen “GRAU-BLAU“ ausgebracht worden war. Die restlichen Tagesordnungspunkte waren nicht mehr behandelt worden.“ Aber noch einmal zu Werner Klein. Er wurde zum Elferrats-Präsidenten gewählt. Der Erste Präsident Lutz Heuser übergab gerne die große, auch heute noch benutzte, Narrenschelle, um erst als zweiter und dann als 1. Vorsitzender unermüdlich und erfolgreich für “GRAU-BLAU“ zu wirken.

In dieser Zeit entstand auch die Freundschaft mit der Karnevals-Gesellschaft “Heiterkeit“ aus Montabaur. Es war immer ein Erlebnis, wenn deren Büttenasse nach Höhr-Grenzhausen kamen. Sie wurden hier ebenso gefeiert wie die “GRAU-BLAUEN“ in Montabaur. Hier muß man bei uns die Namen Richard Weimerskirch, Egon Grauel und Otmar Metternich nennen. Und im grau-blauen Protokollbuch steht zu lesen: ”Am 19. Januar 1952 fand in der Turnhalle bei überfülltem Saal eine Fremdensitzung statt. Von den befreundeten Karnevalsgesellschaften nahmen die “Dähler Narrenzunft Bornskrug“ (Präs. Jost), die “Bemoosten“, Vallendar (Präs. Burg), K.G. “Heiterkeit“, Montabaur (Präs. Sonnenschein) teil. Die Veranstaltung stellte alles bisher Dagewesene in den Schatten!“

Im Jahre 1954 wurde mit Heino Lohse ebenfalls ein Ex-Prinz dritter Elferrats-Präsident in der Geschichte der “GRAU-BLAUEN“. Er führte ein straffes Regiment, wobei man ihm den ehemaligen Offizier anmerkte, wie auch vorher Werner Klein. Es hat halt alles auch seine guten Seiten. Es muß ein wahrer Boom auf die “GRAU-BLAU“-Sitzungen eingesetzt haben. Laut Vorstandsprotokoll vom 13.8.1954 wurden für die kommende Session bereits vier Sitzungen vorgesehen und dazu heißt es wörtlich: “Um das Gedränge und die unliebsamen Vorkommnisse vor den Sitzungen zu vermeiden, sollen die Plätze in Zukunft numeriert werden.“ Der Kartenverkauf war also schon immer ein problematisches Thema, mit allen seinen vielseitigen Erscheinungsformen, und ist es teils noch bis heute geblieben. Es jedem recht zu machen wird wohl für immer unmöglich bleiben. Anläßlich einer Vorstandssitzung am 28. Oktober 1954 wurden aber auch Ordensregeln festgelegt und die noch heute allgemein übliche Differenzierung für das Tragen von Federn an der Elferratsmütze festgeschrieben:

3 Federn für den Prinzen,

2 Federn für den Elferratspräsidenten,

1 Feder für den Protokollarius.

 

Trotz voller Sitzungen und großer Erfolge war das Geld aber immer knapp. Im Protokoll vom 15.10.1955 steht es: “Für die Prinzengarde wurden 7 Dreispitze bewilligt, die die Firma Claren herstellt. Der Preis beträgt pro Hut ca. DM 11,00. Der Rechnungsbetrag wird uns so lange gestundet, bis wir Geld nach der zweiten oder dritten Sitzung verfügbar haben.“Man löste alle Probleme gemeinsam und es entstand ein großes Zusammengehörigkeitsgefühl.

Daran ändert auch nichts die Protokollbucheintragung unter dem 10. Februar 1956: “Die meisten Vorstandsmitglieder erfreuten durch ihre Abwesenheit.“ In dieser Kampagne1956 hatte denn auch die Karnevals-Gesellschaft “GRAU-BLAU“ ihre große Bewährungsprobe zu bestehen. Eines Ordens wegen stand es auf des Messers Schneide, ob die Gesellschaft “ und nicht nur diese “ zerbrechen werde. Aber man hatte Kraft genug sich zu behaupten. Es gab Besonnene, die das leckgeschlagene Narrenschiff wieder flott machen wollten und auch konnten! Im Folgejahr 1957 wurde dann Otmar Metternich Präsident des Elferrates. Mit seinem schauspielerischen Talent war er der Star und Könner, der Charmeur. Bei ihm war immer der gesamte Körper im Einsatz, er gestikulierte und fand die richtigen Worte. Damit riß er auch als Büttenredner alle mit. Mit ihm als Zugpferd kam Selbstsicherheit in die närrischen Aktivitäten der Gesellschaft. Und wenn die Programmpunkte wirklich einmal etwas knapp waren, konnte er mühelos und unbemerkt glatt zwei Büttenreden durch seine improvisierten und schauspielerisch untermalten Zwischengeschichtchen ersetzen. Er war nicht umsonst Jahre bei der alten Theatergesellschaft “Gemütlichkeit“ gewesen. Ein weiterer Mann, bereits seit einigen Jahren im Elferrat und auch im Vorstand, trat mehr und mehr in den Vordergrund. Als 1962 der hochverdiente ”Heuser Lutz“ sein Amt abgab, wurde Ewald Schymura 1. Vorsitzender. Auch er hatte einen Schuß Komödiantenblut in sich und er ist bis heute der einzige Vorsitzende unserer Gesellschaft geblieben, der gleichzeitig auch aktiver Büttenredner war. Er galt als ein Meister des Zwiegesprächs. Seine Partner brachte er öfter ins Schwitzen, wenn er seinen Text überzog oder aus dem Stegreif dazu improvisierte. Aber halt eben gekonnt!

Mit Ewald Schymura als erstem Vorsitzenden und Otmar Metternich als Präsident des Elferrates waren an der Spitze der Gesellschaft Männer tätig, dass man annehmen konnte, ja sogar mußte, für die Zukunft ausgesorgt zu haben. Außerdem kam noch eine weitere ”starke Bereicherung“ der Gesellschaft hinzu, denn ich kam zu “GRAUBLAU“! Im Jahre 1960 hatte ich die Ehre, zusammen mit meiner ehemaligen Klassenkameradin aus Mittelschul’s Zeiten, Mathilde Schwickert, als Prinzenpaar in unserer Stadt zu herrschen. Ich wurde total von diesem geheimnisvollen Virus ”Carnevalitis“ infiziert und bereits1961 in den Elferrat aufgenommen. Ohne jegliche Anführungsstriche muß auch ein Mann erwähnt werden, wenn von Ruhe und Kontinuität die Rede ist, nämlich Hans Galle. Bereits kurz nach Gründung wurde er im März 1950 zum 2. Schatzmeister gewählt und dann 1956 zum 1. Schatzmeister. Diesen verantwortungsvollen Posten bekleidete er bis 1976. Seine ausgleichende und vermittelnde Art, die nicht nur von den Aktiven der K.G. “GRAU-BLAU“ akzeptiert wurde, wirkte sich außer auf die Kassenlage auch positiv für die ganze Gesellschaft aus. A propos Kassenlage. In dieser Verbindung ist auch unsere Fastnachts-Zeitung zu erwähnen, deren Erlös uns immer ganz gut geholfen hat. Erfunden von Gründungsmitglied und langjährigem Vorstandsmitglied Willi Klein wurde unter Mitwirkung von Erwin Ketterer bereits 1952 die erste Fastnachtszeitung herausgegeben. Es ist bis heute in jedem Jahr eine ungeheure Arbeit damit verbunden. Aber es fanden sich außer Willi Klein später mit Wilfried Simonis, Paul Ramroth, Regina Becker-Tschirner, Gerhard Schwaderlapp, Werner Klein und Team, Leute bereit, zum Ansehen und Nutzen der Gesellschaft eine gute Leistung zu erbringen.

Alles unauffällige und ruhige Arbeiter, eben Idealisten. Die einen stehen auf der Bühne im Rampenlicht, die anderen fast, aber nur fast, unbemerkt hinter den Kulissen! Ruhige und überlegende Männer waren in diesen Jahren um 1960 aber auch gefordert Wenn auch die K.G. “GRAU-BLAU“ sozusagen den Karneval in Höhr-Grenzhausen nach dem Kriege ”erfunden“ hatte, so etablierte sich anfangs der fünfziger Jahre im Stadtteil Höhr die Karnevalsabteilung “Rot-Weiß“ der Sportvereinigung “Eintracht“. Die “GRAU-BLAUEN“ machten damals alles alleine; sie suchten die Prinzenpaare aus, sie proklamierten diese in einer ihrer Sitzungen und sie organisierten den Fastnachtszug. Es ist verständlich, dass die aufstrebenden “Rot-Weißen“ daran teilhaben wollten. Das ging natürlich nicht reibungslos, wie immer, wenn einer etwas fordert, das ein anderer abgeben muß. Ich erinnere mich als direkt beteiligt gewesener an viele lange Auseinandersetzungen, auch mit nicht immer ganz fairen Mitteln. Alles braucht eben seine Zeit, und wenn es einige Jahrzehnte dauert. Es fing damit an, dass die drei O’s die Prinzenpaare aussuchten. Die „drei O’s“ das waren Otmar Metternich und Otto-Georg Bühler sowie Ossi Enders von den „Rot-Weißen“. Dann kamen gemeinsame Proklamationssitzungen. Und nachdem ein paar Jahre kein Fastnachtszug mehr gelaufen war, wurden von unserem damaligen 2. Vorsitzenden Otto-Georg Bühler die Weichen gestellt und ab 1960 die Vorläufer des heute selbständigen “Komitee Fastnachtszug“ etabliert. Dies war eine logische Schlußfolgerung aus den Erkenntnissen der Vorjahre, da ein so umfangreiches Unternehmen wie der Fastnachtszug nur auf gesamtstädtischer Ebene durchgeführt werden kann. Dabei übernahm dann dieses Komitee als eine Art neutrale übergeordnete Stelle die Auswahl und Betreuung der jeweiligen Prinzenpaare. Heute ist das alles eine längst eingespielte Sache.

Doch zurück zu den 60er Jahren. Otmar Metternich blieb acht Jahre unser Elferratspräsident, bis er 1965 etwas kürzer treten mußte und sein Amt abgab. Als exzellenter Büttenredner blieb er uns weiter erhalten. Es folgte als Präsident unser damaliger Geschäftsführer und Exprinz Wilfried Simonis. Der ”sim“, genannt nach seinem Kürzel als Zeitungsjournalist, war seit Jahren mit Leib und Seele dabei. Neben seinem Engagement als Präsident verdanken wir ihm vieles an schriftlichem und bildlichem Chronikmaterial unserer Gesellschaft. Er hat alles Erreichbare zusammengetragen und aufbewahrt. Und wie meistens, wenn alles schön reibungslos und glatt läuft, dann kommt es plötzlich doppelt und dreifach negativ. Bei uns war es im zwanzigsten Jahr nach Gründung, im Jahr 1969. Otmar Metternich starb. Ob er es im Unterbewußtsein geahnt haben mag? In seiner letzten Büttenrede des gleichen Jahres war er als “Engel Otmar“ aufgetreten und erzählte dabei seine Begegnung mit Petrus, wobei er alles, wie es seine Art war, natürlich von der heiteren Seite sah. In seinen Reimen kommt er zu dem Schluß: “Doch war privat ich auf der Welt, stets nur auf Frohsinn eingestellt. Mein Leben war durchaus nicht trist, ich war aktiver Karnevalist!“ Wir hatten kaum Zeit uns mit dem Tode Otmars abfinden zu müssen, als nur wenige Wochen später unser 1. Vorsitzender Ewald Schymura verstarb. Sieben Jahre hatter er mit der ihm eigenen teils schelmischen, teils festen Hand, den Verein geführt. Wie sollte es weitergehen? Denn als drittes kam noch hinzu, daß unser Elferratspräsident Wilfried aus beruflichen Gründen noch im gleichen Jahr aus Höhr-Grenzhausen fortziehen mußte.

Aber irgendwie schafft man es gottseidank immer wieder. Der Restvorstand besann sich auf den vormaligen 2. Schatzmeister und späteren 2. Vorsitzenden, nämlich auf mich. So kam ich dazu, ab 1969 der 1. Vorsitzende der Karnevalsgesellschaft ”GRAU-BLAU“ zu sein. Und auch einen neuen Elferratspäsidenten konnten wir präsentieren. Mit Willi Schmidt, dem langjährigen Zwiegespräch-Partner aus ”Anton und Richter“ mit Ewald Schymura, kam ein erfahrener Mann. Der ebenfalls die Zügel fest in die Hand nahm. Während seiner Präsidentschaft begannen sich auch die Erfolge der auf Initiative seines Vorgängers W. Simonis gegründeten Tanzgruppe abzuzeichnen. Die Gesellschaft hatte fast von Anfang an eine Garde. Lauter stramme Kerle mit Holzgewehren, dazu hübsche ranke Mädchen. Unter dem Kommando von Günther Zeiler und später ausgebildet von Conny Schneider, der leider allzu früh verstarb. Günther Zeiler ist anscheinend aus zäherem Holz geschnitzt. Denn er war noch von 1960 bis 1980 als Geschäftsführer und anschließend zwei Jahre als Schatzmeister tätig.

Leider war Anfang der 60er Jahre der Nachwuchs für die Garde nicht mehr ausreichend, so dass diese schöne Einrichtung aufgegeben werden mußte. Nun war aus den Neuanfängen eine Tanzgruppe geworden, der in der Ballettschule Stützer in Koblenz das erforderliche Können beigebracht wurde. Und da das ganze natürlich auch Geld kostete, mußten mit den einstudierten Tänzen Tourneen unternommen werden. Die Gruppe hatte bald einen mehr als guten Ruf und wurde in immer größerem Umfang engagiert, gegen klingende Münze natürlich. Diesen Auftritten verdanken wir aber auch einen glücklichen Zufall. Der Landrat des damaligen Unterwesterwaldkreises hatte unsere Tanzgruppe zu den ”Steglitzer Wochen“ nach Berlin eingeladen. Alles wurde ein großer Erfolg. Und gerade dort lernten wir einen Spitzen-Chor kennen, den Thalianer-Chor aus Ebernhahn, und eine prima Kapelle, „The Bringos“ unter ihrem Leiter Walter Weinmann. Seit dieser Zeit waren wir gemeinsam ein äußerst erfolgreiches Team geworden. Allen ein Dankeschön für viele Opfer an Freizeit und manchmal auch an Geld, die sie in den vielen Jahren zum Zwecke des Gesamterfolgs auf sich genommen haben.

Kommen wir nun zum Jahre 1973. Hier gab es wieder einmal Turbulenzen. Unser Elferrats-Präsident Willi Schmidt erkrankte schwer. Aber ohne Zögern erklärte sich Wilfried Simonis bereit, für die laufende Kampagne die Präsidentschaft noch einmal zu übernehmen. Im gleichen Jahr war Werner Normann Prinz in Höhr-Grenzhausen. Zusammen mit seiner Ehefrau Irmtraud. Werner war schon in jungen Jahren in der Garde gewesen und später auch im Vorstand. Als Mitbegründer und langjähriger erster Vorsitzender des “Kannenbäckerclub Grenzhausen“ war er ein Begriff. Er erklärte sich bereit, nach seiner Prinzenzeit ab 1974 die Präsidentschaft des Elferrates zu übernehmen. Mit Tatkraft füllte er diese Position voll aus. Nebenbei trat er noch in gekonnten Zwiegesprächen mit “Baas Thekla“ Helmut Stauber auf und glänzte all die Jahre als erfolgreicher Büttenredner. Stolze 11 Sessionen führte uns Werner Normann als Präsident des Elferrates bis 1984. Als Ehrenpräsident ist er bis in die Gegenwart im Vorstand im wahrsten Sinne aktiv.

In dieser schönen Zeit verstarb aber auch 1979 einer unserer beliebtesten Aktiven, Gerhard Schaderlapp. Er war in jungen Jahren Mitbegründer unserer Gesellschaft und lange Jahre Zeremonienmeister. Er hat in den über 30 Jahren seiner Tätigkeit für “GRAUBLAU“ nie einen Vorstandposten innegehabt! Aber er ist wohl derjenige gewesen, der am meisten für die Gesellschaft getan hat. Ob das Bühnenbau war, (wir denken hier besonders an die vielen wieder gerade geklopften krummen Nägel), ob beim Wagenbau für den Fastnachtszug (die von ihm frei aus Altteilen mitkonstruierte selbstfahrende Wagenplatfform mit quersitzendem Motor lief bis 1985), ob bei der Heimanfertigung von Schaukelpferden im geplanten privaten Wohnzimmer, ob die Selbstherstellung von mehreren ”GRAU-BLAU“-Jahresorden, oder, nicht zu vergessen, der sagenhafte „Saalrundumschuß“ und ähnliches zusammen mit seinem Schwager und ehemaligen Tanzoffizier Peter Schleiffer, nichts war ihm unmöglich! Er war aber auch ein stiller und beruhigender Berater, auf dessen Wort wohl jeder hörte und auf dessen Ansicht der Vorstand Wert legte. Den Gipfel seiner Ideen und Pläne dürfte er erreicht haben, als er im Jahr 1977 mangels eines städtischen Prinzenpaares bei ”GRAU-BLAU“ als Ersatz auftrat. Als ”Prinz Franzmann I.“ mit seiner Prinzessin ”von der Stange“, einem verkleideten Holzgestell. Das war unser Gerhard. Ganz zu seiner Art paßt auch seine Ehefrau Margret. Sie ist ebenfalls ein gewissenhaftes ”Mädchen für alles“, kümmert sich seit über 25 Jahren um die Tanzgruppe und ist mir seit 1972 eine mich sehr unterstützende zweite Vorsitzende.

Ebenfalls vor 20 Jahren war aber auch ein gewisser Thomas Paulsen in unserer Tanzgruppe aktiv geworden; ein junger Mann, dem alle karnevalistischen Höhen bevorstehen sollten. Als überaus begabter Tanzoffizier wurde er zum Begriff für ein Jahrzehnt, verkörperte als ”Prinz Thomas I. von der närrischen 33″ das graublaue Jubiläum, ist seit 1985 unser Elferrats-Präsident und war für 9 Jahre so ganz nebenbei auch noch Schatzmeister. Auf vielfältige Art pflegt er die Kontakte nach innen und aussen zum Wohl der Gesellschaft. Sein feiner Stil prägt Inhalt und Erscheinungsbild unserer Sitzungen.

An dieser Stelle soll ebenso erwähnt werden, daß es natürlich auch viele Aktivitäten außerhalb der närrischen Zeit gibt.

Über lange Jahre waren die herbstlichen Spießbraten-Abende am offenen Lagerfeuer sowohl bei aktiven wie passiven Mitgliedern äußerst beliebt. 70 – 80 Teilnehmer bei etwas weniger als 200 Mitgliedern waren keine Seltenheit. Heute haben wir über 300 Mitglieder, aber leider keine Spießbraten-Abende mehr.

Es wurden um den 11.11. jeden Jahres Winterwanderungen zum Köppel-Vinzenz gemacht, die zu ihrer Zeit die schöne Seite der Geselligkeit bestens gezeigt haben. Diese Tradition lebt bis heute, wenn auch nun mit wechselnden Zielpunkten.

Etliche Jahre haben wir Auto-Rallyes veranstaltet und dabei mit vielen knifflichen Fragen viele schöne Gegenden kennengelernt.

Aber unsere Aktiven haben auch viel und teils schwer gearbeitet und tun dies bis zum heutigen Tag. Eines Teils zum Geld reinholen. Denn Karneval zu präsentieren kostet Geld und alle Kappensitzungen mit den umfangreichen Vorbereitungen sind reine Zuschußveranstaltungen.

Da hat uns unsere schon anfangs erwähnte Fastnachtszeitung immer gut getan.

Über viele Jahre hinweg haben wir hier bis 1992 mit Erfolg einen Flohmarkt mitorganisiert.

Und die vielen Jahre City-u.Brunnenfest mit Kaffee und von den Mitgliedern spendiertem Kuchen sollen erwähnt werden.

Vor über 30 Jahren fingen wir an bei der Grenzhäuser Kirmes einen kleinen Weinausschank zu etablieren. Bei einem Fest der Biertrinker waren wir froh über jeden der sich erbarmte, uns und der Sache zu liebe, auch ein o,1 l Gläschen Wein zu trinken. Aber das Ganze nahm von Jahr zu Jahr mehr Umfang an. Es wurde ein richtiger Weinstand, es kamen Bier und andere Getränke hinzu. Letztendlich blieb Grau-Blau als Einziger übrig, der die Organisation vom Plakatieren und Kirmesbaum holen über Musik verpflichten bis zum freudigen Beisammensein hier auf dem Turnplatz durchführt. In diesem Jahr erstmals ganz allein. Harte Arbeit, aber eine durchaus gute Atmosphäre.

Harte Arbeit ist auch Besitz zu erhalten :

Seit 1992 hatten wir keine Unterstellmöglichkeit mehr für unseren vereinseigenen Fastnachtszug-LKW. Er stand bei Wind und Wetter in einer Gebäudenische (hier) hinter dem VfL-Heim. Mit vertraglicher Absicherung und Baugenehmigung erstellten wir von August 1995 bis Dezember 1996 eine schöne kleine Halle. In meinen Arbeitsnotizen hatte ich vermerkt, dass wir in dieser Zeit immerhin stolze 650 Stunden ehrenamtlicher Arbeit geleistet haben, aber ‚mit Ach und Krach‘ gerade mal ein (!) Kasten Bier und ein paar Gläser Gemischtes verkonsumiert wurden. Die Zahl der freiwilligen Helfer wurde zwar immer etwas weniger, aber bis Mitte 1999 waren noch ein Kostümraum abgetrennt und mit selbstgezimmerten Regalen versehen, viele Innendetails abgearbeitet und die Zufahrt gepflastert. In den später ‚eingemauerten‘ Grundstein-Unterlagen ist vermerkt : ‚Es hat zwar alles ein bisschen gedauert, aber ’nur‘ von 1995 bis 1999 ! 5 Jahre – was ist das schon !?‘ Bei dieser Gelegenheit muss und darf ich auch einmal meine Frau Ruth sehr lobend erwähnen. Sie hat nicht nur in all den Jahren seit 1978 mit ihrem Geschick viel eingebracht beim Kostüme nähen und Hüte fertigen, sondern u.a. auch handfest mit mir wochenlang die Regale des Kostümraums gezimmert.

Trotz aller guten Vorsätze hat jedoch dieser Hallenanbau unseren Elferrats- LKW nur anfangs ganze zweimal gesehen ! Der Raum ist von vielen anderen, mehr oder weniger wichtigen, Utensilien in Anspruch genommen.

Doch das VfL-Gelände hatte ja noch eine weitere Gebäudenische, Richtung ‚Turnplatz‘. Auch diese Garagen-Idee wurde in den vergangenen 3 Jahren von unseren Aktiven verwirklicht. Aber der LKW, der inzwischen auch ein Neuer ist, steht immer noch nicht drin. Es lagert dort Baumaterial.

Denn …, denn nach langen Gesprächen war inzwischen noch ein Bauprojekt ausführungsreif geworden. Ein bisher vom VfL vermieteter roher Lagerraum wurde frei und sollte bzw. konnte für Grau-Blau und die jetzige Sportfreunde-Geschäftsstelle ausgebaut werden. Eine kleine Gruppe wirklich Aktiver hat mit Fließ in vielen vielen Stunden zwei Räume auf die Beine gestellt, die sich sehen lassen können. Es gibt jetzt für uns Umkleidemöglichkeiten und besten Bühnenzugang. Und jetzt haben die Jungs auch noch die sehr marode uralte Bühnendecke herausgerissen und neu gestaltet.

Wie in jedem guten Verein gibt es auch bei Grau-Blau Leute, die sich etwas weniger engagieren und welche, die sich etwas mehr engagieren. Und von den Letzteren sollten auch welche erwähnt werden. Da aber bei vielen Gelegenheiten in vielen Jahren auch viele lobenswerte Taten für die Gesellschaft geleistet wurden, können wir hier allen Akteuren nur pauschal ein ganz großes Dankeschön sagen für ihr beispielhaftes ehrenamtliches Engagement. –

Nun wieder zurück zu unserem eigentlichen ‚Aufgabengebiet‘, dem Karneval. Unsere Aktiven geben seit Jahren das Beste, laufen unter der Führung von Thomas Paulsen immer zur Hochform auf und stabilisieren seit Jahren in jeweils 5 Kappensitzungen pro Session den sehr guten Ruf von Grau-Blau. Mit immer neuen Themen und Ideen. Unter Mitwirkung der aus den ‚Thalianern‘ hervorgegangenen Nachfolgegruppe ‚Die Ebernhähner‘ und mit unserer neuen Sitzungsband ‚Die Sauren Äpfel‘. Und unsere Damen des Balletts steuern ihren erfolgreichen Anteil immer wieder bei.

Der beste Karneval muß jedoch auch verwaltet werden. Da ist der Vorstand dann in seinem Element. Speziell unser Schatzmeister hat da fast immer etwas zu meistern. Und das nicht erst seit es den Euro gibt ! Hier ist Thilo Becker der richtige Mann. 1992 kam er dafür in den Vorstand und wacht seitdem positiv über unsere Finanzen. Er hat jedoch auch viele Ideen und vor allem EDV-Künste, so daß inzwischen etliche andere Tätigkeiten, mehr oder weniger gewollt, bei ihm gelandet sind.

Gleichzeitig mit Thilo kam 1992 unsere seit 1972 aktive ehemalige Baletteuse und Funkenmariechen Ute Heuser geb. Tielmann als Beisitzerin in den Vorstand. Sie wurde zur Assistentin von Margret Schwaderlapp bei der Betreuung des Balletts. Ganz folgerichtig ergab sich daraus in der Jahreshauptversammlung 2000, daß Ute zur 2. Vorsitzenden gewählt wurde. Beim Ballett wird sie inzwischen vom früheren Funkenmariechen Nicole Berger geb. Mengen, auch im Vorstand, tatkräftig unterstützt. Außerdem liegt der arbeitsreiche Kartenverkauf für unsere Sitzungen bei Ute und ihrem Mann Reinhard in guten Händen. –

Ja, und jetzt sind wir mit ein paar Schlenkern im Jahr 2000. Wie ist die Zeit vergangen ?! In den anderen Karnevals-Hochburgen, wie Mainz und ganz speziell Köln, sind in führenden Positionen überwiegend Herren der Klasse ‚Ü 60‘ engagiert. Da ich jedoch der Meinung bin, dass sich der Kontakt zum – natürlich jungen – Nachwuchs besser mit weniger Altersunterschied halten lässt, reifte der Entschluß, nach letztendlich 31 Jahren als 1. Vorsitzender einem Nachfolger diesen Posten, mit all seinen schönen und schweren Seiten, zu übergeben. Demokratie ist ja was schönes, auch in Jahreshauptversammlungen. Aber so ein bißchen die Fäden ziehen gehört dazu. Und so kam es nicht so ganz von ungefähr, daß in der Jahreshauptversammlung 2000 ich als 1. Vorsitzender und meine ‚treue Seele‘ Margret Schwaderlapp als 2. Vorsitzende einvernehmlich nicht mehr kandidierten und die doch jüngeren Leute voll in die Verantwortung integriert wurden.

Nach 13 Jahren im Vorstand wurde Friedhelm Georg zum 1. Vorsitzenden gewählt ! Inzwischen hat er sich bestens eingearbeitet, macht ganz selbstverständlich einiges anders als ich zu meiner Zeit. Ich hab’s sicher auch anders gemacht als mein Vorgänger Ewald Schymura.

Es lebe das eMail, es lebe das Handy !

Ich glaube Grau-Blau hat einen guten Vorsitzenden, der zusammen mit seinem doch stets einsatzbereiten Vorstand ein gutes Gespann bildet. Und mit dem echten, wenn auch oft nur periodisch und manchmal etwas spät einsetzenden, Engagement unserer Aktiven brauchen wir vor der Zukunft keine allzu großen Sorgen zu haben. Hoffen wir, daß alle, die sich zur Zeit stark engagieren, immer wieder andere für die Sache Karneval und auch die damit verbundene Arbeit begeistern können !

 

Bei diesen Erinnerungen an 55 närrische Jahre wurde versucht, trotz einer Vielzahl von Unterlagen und Namen, alles in einigermaßen chronologischer Form und Erwähnung vorbeigleiten zu lassen. Es müßten noch so viele genannt werden, die sich unermüdlich und immer wieder für die Sache ”GRAU-BLAU“ eingesetzt haben. Die in fröhlichen Stunden leichten Herzens zusammen gesessen und gefeiert haben, die aber auch in schweren und traurigen Stunden die Gesellschaft ”GRAU-BLAU“ nicht haben untergehen lassen. Ihnen allen sei hier ein großes

DANKESCHÖN gesagt!

Und wenn dieser Rückblick ein wenig dazu verhilft, den Bogen zu spannen zwischen der Gründung und der Gegenwart, um den jetzt nachwachsenden Karnevalisten und vielen Freunden unserer Gesellschaft ein wenig Liebe zu diesem Verein zu vermitteln, dann hat diese Geschichte von ”GRAU-BLAU“ ihren Zweck erfüllt!

 

 

Denn: Seit 55 langen Jahren

„GRAU-BLAU“ sein Zepter hat geschwungen;

hat manche Unbill zwar erfahren,

doch stets sich kraftvoll durchgerungen.

Trotz aller Krisen, schlechter Zeiten

verloren wir doch nie den Mut!

Und sicher lässt sich nicht bestreiten:

”Was so lang währt, ist wirklich gut!“

    Veröffentlich von Thilo Becker

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